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Spielplatzfest

Offener Brief zur Verbandsgemeinderatssitzung der VG Rockenhausen am 02. Mai 2018

 

Textfeld:

Flugsportverein Südl. Donnersberg e.V.

Postfach 1103, 67719 Winnweiler

 

 

 

 

 

An alle Mitglieder des

Verbandsgemeinderats von Rockenhausen

Bezirksamtsstraße 7

67806 Rockenhausen

Imsweiler, den 03.05.2018

 

Thema: Gegendarstellung zu den Aussagen des Ratsmitglieds Herrn Hyner

Sehr geehrte Mitglieder des Verbandsgemeinderats von Rockenhausen,

in Ihrer Verbandsgemeinderatssitzung am 02.05.2018 wurde unter dem Tagesordnungspunkt 10 ein Antrag der Fraktion „Die Nordpfälzer“ auf „Ausweisung einer beschränkten Fläche für den Flugbetrieb des Flugplatzes Imsweiler“ behandelt. In der Begründung dieses Antrags durch Ihr Ratsmitglied Herrn Hyner wurde mit Vorurteilen, veralteten Klischees und maßlos übertriebenen Szenarien ein Bild von dem geplanten Ausbau unseres Sonderlandeplatzes geschaffen, welches sowohl hinsichtlich des tatsächlich geplanten Umfangs der Erweiterung als auch gegenüber der angestrebten flugbetrieblichen Zulassung unzutreffend ist. Darüber hinaus wurden in einer unerträglich demagogischen Art und Weise Verunglimpfungen gegenüber den Mitgliedern des Vereins und auch des Flugsports im Allgemeinen ausgesprochen, dass wir uns in der Pflicht sehen, sowohl die aktuelle Sachlage zur Ausbauplanung des Sonderlandesplatzes zu erläutern und richtig zu stellen, als auch Falschdarstellungen zum Thema Flugsport entschieden entgegen zu treten:

 

Zunächst einmal wurde der Sonderlandeplatz in Imsweiler nach dem Ausbau und der dort dann angeblich vorherrschende Flugbetrieb mit dem des Verkehrsflughafens in Mannheim gleichgesetzt. Dieser Vergleich ist in jeder Hinsicht unrealistisch, ja fast lächerlich! Der von Ihrem Ratsmitglied zu Felde geführte City Airport weist im Jahr ca. 40.000 Flugbewegungen auf, bedient deutschlandweit Linienflüge und beherbergt vier Flugschulen sowie zwei Flugsportvereine. Weder die Anzahl der Flugbewegungen noch die Größe der Flugzeuge an einem solchen Verkehrsflughafen sind mit denen eines Flugsportgeländes im ländlichen Raum auch nur annähernd zu vergleichen. Es wird in Imsweiler weder einen regelmäßigen Verkehr mit mehrmotorigen Reiseflugzeugen geben, noch eine größere Anzahl an Flugbewegungen von historischen Flugzeugen, deren mögliches Erscheinen am Himmel vom Antragsteller mit einer schier unerträglichen Lärmapokalypse gleichgesetzt wurde.

Natürlich ist der Ausbau unseres Landeplatzes mit dem Wunsch einer Vergrößerung des Vereins verknüpft, was letztendlich auch die jetzige Anzahl der Flugbewegungen erhöhen wird. Hier zielen wir allerdings in erster Linien auf den Segelflug ab, den wir derzeit aufgrund der kurzen Landebahn nicht ausüben können. Der Segelflug stellt nicht nur die finanziell attraktivste, sondern auch die leiseste Sparte des Flugsports dar. Von einer ausufernden Lärmkulisse kann also mitnichten die Rede sein. Sogar die Ultraleicht- und Motorflugzeuge der sogenannten Echo-Klasse, für die der Landeplatz dann zugelassen werden würde, verfügen heutzutage über ein Lärmzeugnis und sind nebenbei bemerkt lärmarmer als so manche Sportwagen, Motorräder oder Quads, die sich zumeist an Wochenenden durch die Ortsdurchfahrten schlängeln.

Des Weiteren möchten wir hervorheben, dass der Flugsport nicht nur einem elitären Grüppchen von Besserverdienern vorbehalten ist, so wie es in der Ratssitzung propagiert wurde. In unserem Verein sind Menschen aus allen Berufsgruppen zu finden, die die Leidenschaft zur Fliegerei verbindet. Und nur durch einen Flugsportverein wie wir einer sind, wird eben diesen der Traum vom Fliegen überhaupt erst ermöglicht. Insbesondere der Segelflug wird aufgrund der geringen Ausbildungs- und Flugkosten von vielen Luftsportlern mit Leidenschaft ausgeübt und ermöglicht darüber hinaus Leuten mit kleinem Budget, am Luftsport teilzunehmen. Ohne die Vereinsgemeinschaft wäre dies nicht möglich. Allein im Luftsportverband Rheinland-Pfalz sind über 60 Vereine mit mehreren tausend Mitgliedern aktiv. Die Aussage des Ratsmitgliedes, junge Leute könnten sich Segelfliegen aufgrund „zehntausender Euro Kosten“ sowieso nicht leisten ist nicht nur gänzlich falsch, sondern darüber hinaus ein Schlag ins Gesicht der vielen engagierten Vereine, die u. A. auch mit vorbildlicher Jugendarbeit einen sozialen Beitrag in Gesellschaft und Sport leisten.

Das bis vor wenigen Jahren regelmäßig angebotene Flugplatzfest wurde ebenfalls aufgenommen, um auf angeblich unzumutbare Zustände hinzuweisen. Das Fest war lange Jahre fester Bestandteil und Anlaufpunkt für viele tausend Besucher aus der gesamten Region und darüber hinaus.

Mit dem lediglich an zwei Tagen im Jahr stattfindenden Fest mit ortsansässigen Betrieben und unter Mitwirkung der Ortsgemeinde haben wir ein Veranstaltungsangebot gebracht, was von Luftfahrtinteressierten wie Familien gleichermaßen gerne angenommen wurde. Wir halten es für nicht tolerierbar, dass ein allseits beliebtes Freizeitangebot aufgrund der persönlichen Abneigung einzelner Ratsmitglieder auf Flugzeuge derart in Misskredit gezogen wird!

Zum geplanten Ausbau des Sonderlandeplatzes möchten wir noch klarstellen, dass dieser in Verbindung mit der Verlegung der Platzrunde nach Süden eine Notwendigkeit für die Erstellung des Windparks Spreiterfeld ist. Hier wurden im Rahmen der luftrechtlichen Genehmigung bereits vor zwei Jahren Stellungnahmen von allen Betroffenen eingeholt, die alle keine nennenswerten Einsprüche beinhalteten. Umso mehr sind wir über diese, aktuell offensichtlich von Eigeninteressen Einzelner motivierte und unsachliche Diskussion verwundert, die auf kommunalpolitischer Ebene losgetreten wird.

Der Ausbau selbst erfolgt ohne Oberflächenversiegelung wie z.B. einer Asphaltbefestigung, sondern wie bisher mit einer Grasbahn auf Flächen, die sich z.Z. in landwirtschaftlicher Nutzung befinden und somit ohnehin nicht mehr als natürlich bezeichnet werden können. Die Verlängerung trägt darüber hinaus zur Erhöhung der Flugsicherheit bei. Von einer Kooperation mit dem LBM Kaiserslautern, welcher uns angeboten hat mit Überschussmengen aus dem Bau der Ortsumgehung Imsweiler einen Erdkörper auf der Südwestseite zu schütten, haben wir vorerst abgesehen. Ein solcher Erdkörper zur geradlinigen Verlängerung der Landebahn wäre zwar flugbetrieblich sehr wünschenswert, ist aber wegen vieler noch offener Fragen zur Bodengüte und Landespflege derzeit nicht realisierbar. Die großzügige Ausdehnung dieses Erdbauwerks war darüber hinaus dem Wunsch der Naturschutzbehörden nach einer naturnahen Einbettung in die Landschaft geschuldet.

Zuletzt möchten wir noch auf den Vorwurf der Entwertung von Baugrundstücken in den umliegenden Ortsgemeinden eingehen: Auch hier sehen wir durch unsere Vereinsarbeit eher eine Aufwertung und Attraktivitätssteigerung der Region, die junge Menschen vielleicht eher veranlasst sich im ländlichen Raum niederzulassen. Wenn Sie hingegen das Angebot für Freizeitaktivitäten einschränken, ist es nicht weiter verwunderlich, dass es die jüngeren Generationen in die Metropolregionen zieht.

Der Flugsportverein Südlicher Donnersberg e.V. ist vielleicht nur ein kleiner Baustein im Freizeitangebot der Verbandsgemeinde, aber dennoch ein Teil davon. Und welches Signal senden Sie womöglich an andere Vereine und Freizeiteinrichtungen, wenn Sie uns unserer Möglichkeit auf Wachstum berauben?

Über alle genannten Fakten hinaus haben wir, der Flugsportverein Südlicher Donnersberg e.V., neben der Beachtung gesetzlicher Auflagen auch durch selbstaufgestellte Regeln, wie beispielsweise die Einhaltung der Platzrunde und die Vermeidung von Überflügen der umliegenden Gemeinden, stets ein nachbarschaftliches Miteinander angestrebt.

Daher suchen wir auch jetzt einmal mehr den offenen Dialog mit Ihnen, damit Sie sich für die Abstimmung über eine eventuelle Änderung des bestehenden Flächennutzungsplans über alle Fakten fachgerecht informieren können und nicht den „Halbweisheiten“ einzelner Flugsportgegner Vertrauen schenken müssen.

Des Weiteren würden wir Sie gerne auf ein Flugsportgelände einladen, welches von den Ausmaßen und dem Betrieb her mit unseren Planungen vergleichbar ist. Dort können Sie sich persönlich ein Bild vom Flugbetrieb eines Sonderlandeplatzes mit Segelflugbetrieb machen. Der Präsidenten des Luftsportverbands Rheinland-Pfalz, Herr Ernst Eymann, hat signalisiert, dass er an einem solchen Besichtigungstermin teilnehmen würde, um Ihnen Rede und Antwort zum Thema Flugsport zu stehen.

Gespannt erwarten wir Ihre Rückmeldung und freuen uns auf einen offenen Dialog.

Mit freundlichen Grüßen

FSVSD

Der Vorstand

Ortsumgehung Imsweiler - 1.Spatenstich 18.08.2017

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